Wer als Heilpraktiker nach einer Abrechnungssoftware sucht, braucht in vielen Punkten etwas anderes als beispielsweise eine Arzt- oder Physiotherapie-Praxis. Ihr stellt euren Patienten in der Regel eine Privatrechnung und orientiert euch dabei häufig am Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH). Eine klassische Abrechnung mit den gesetzlichen Krankenkassen spielt dagegen keine Rolle. Genau das sollte eine gute Heilpraktiker Abrechnungssoftware abbilden können: GebüH-Ziffern müssen hinterlegt sein, Rechnungen sollten alle wichtigen Angaben für die Kostenerstattung durch PKV oder Beihilfe enthalten und natürlich sollte jederzeit klar sein, welche Rechnung bereits bezahlt wurde und welche noch offen ist.
Wir schauen uns deshalb genauer an, wie die GebüH-Abrechnung mit Software funktioniert, wann eine GOÄ-Analogabrechnung für Leistungen außerhalb des GebüH interessant wird und was bei PKV, Beihilfe und offenen Zahlungen wichtig ist. Außerdem geht es um eine Frage, die für viele Praxen entscheidend ist: Welche Software lässt sich vernünftig auf dem Mac nutzen?
Diese Anbieter empfehlen wir für die Abrechnung
Für diesen Vergleich haben wir uns vier Anbieter bei den Abrechnungsfunktionen besonders genau angesehen. Alle vier können mit dem GebüH arbeiten, setzen darüber hinaus aber unterschiedliche Schwerpunkte. Bei appointmed geht es beispielsweise auch um GOÄ-Leistungen und die Zahlung direkt in der Praxis, Patientify trennt bei Beihilfe-Fällen Kostenträger- und Eigenanteil, während iPrax vor allem für Apple-Nutzer interessant ist.
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| Anbieter | Besonderheiten in der Abrechnung |
|---|---|
![]() | appointmed: Der GebüH-Katalog ist hinterlegt, zusätzlich lassen sich GOÄ-Leistungen mit einem individuell wählbaren Steigerungsfaktor abrechnen. Bezahlt werden kann direkt in der Praxis über ein SumUp-Kartenterminal. Da appointmed browserbasiert läuft, funktioniert die Software auch auf dem Mac. |
![]() | Henara: Ihr könnt zwischen einer Abrechnung nach GebüH, eigenen Honorarsätzen oder frei definierten Leistungen wählen. Die Dokumente sind laut Anbieter GoBD-konform und können direkt an die Steuerberatung übergeben werden. |
![]() | iPrax: Eine native Anwendung für Mac, iPad und iPhone. iPrax deckt nach Anbieterangabe auch die GebüH-Abrechnung für Heilpraktiker ab, und nach unseren Rückmeldungen funktioniert das sehr intuitiv. |
![]() | Patientify: Der GebüH-Katalog ist mit den gängigsten Ziffern enthalten. Zusätzlich können eigene Analogziffern für die GOÄ-Abrechnung angelegt werden. Bei Beihilfe-Fällen werden Kostenträger-Anteil und Eigenanteil getrennt ausgewiesen. Für Online-Zahlungen stehen über Stripe unter anderem Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay und Klarna zur Verfügung. |
Das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) einfach erklärt
Das GebüH ist nicht mit der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) gleichzusetzen. Es handelt sich nicht um eine Rechtsverordnung mit verbindlichen Gebührensätzen. Der Dachverband Deutscher Heilpraktikerverbände, der das GebüH herausgibt, beschreibt es als statistische Durchschnittswerte aus dem Jahr 1983. Seitdem wurden diese Werte nicht angepasst. Das ist für die Praxis durchaus relevant, denn die tatsächlichen Kosten haben sich seitdem natürlich verändert. Das Honorar zwischen Heilpraktiker und Patient kann deshalb grundsätzlich frei nach BGB vereinbart werden. Ihr könnt also auch oberhalb der GebüH-Sätze abrechnen, wenn ihr das mit euren Patienten entsprechend vereinbart habt. Entscheidend ist dann allerdings: Das vereinbarte Honorar muss bezahlt werden, unabhängig davon, ob eine private Krankenversicherung oder eine Beihilfestelle später den kompletten Betrag, nur einen Teil oder gar nichts erstattet.
Für die Praxissoftware ergeben sich daraus zwei wichtige Punkte. Zum einen sollte der GebüH-Katalog möglichst vollständig hinterlegt sein und sich mit den entsprechenden Steigerungsfaktoren nutzen lassen. Niemand möchte bei jeder Rechnung erst im Gebührenverzeichnis nachschlagen. Zum anderen sollte sich der hinterlegte Betrag an die eigene Praxis anpassen lassen – idealerweise nicht nur allgemein für alle Patienten, sondern bei Bedarf auch individuell.
appointmed, Henara und Patientify bieten nach den Angaben auf ihren jeweiligen Websites einen vollständigen GebüH-Katalog. Bei iPrax deutet unsere Recherche ebenfalls darauf hin. Auch einige der später vorgestellten Anbieter decken das GebüH vollständig ab. Allerdings gibt es einen Unterschied, der beim Vergleich leicht untergeht: Bei manchen Programmen gehört der Gebührenkatalog ganz selbstverständlich zur Software, bei anderen steckt er in einem kostenpflichtigen Zusatzmodul. Gerade wenn die Abrechnung ein Hauptgrund für den Softwarewechsel ist, sollte man diesen Punkt vor dem Kauf einmal konkret nachfragen.
Anders sieht es aus, wenn ihr ohnehin nur einen kleineren Teil eurer Leistungen nach GebüH abrechnet. Wer beispielsweise überwiegend mit frei kalkulierten Paketpreisen für Coaching, Beratung oder andere Leistungen arbeitet, ist weniger auf einen umfangreichen GebüH-Katalog angewiesen als eine Praxis, die jede Behandlung über einzelne Gebührenziffern abrechnet. Es lohnt sich daher, vor dem Softwarevergleich kurz die eigene Rechnungspraxis anzusehen: Wie viel wird tatsächlich über GebüH-Ziffern abgerechnet und wie viel wird frei formuliert?
Auch die Umsatzsteuer sollte dabei nicht unter den Tisch fallen. Heilkundliche Behandlungen sind nach § 4 Nr. 14 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Auf entsprechenden Rechnungen wird daher keine Umsatzsteuer ausgewiesen. Wenn ihr daneben Leistungen anbietet, die nicht als Heilbehandlung gelten, beispielsweise reine Wellness- oder Beratungsangebote, müssen diese anders behandelt und gegebenenfalls mit Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Eine Software, mit der sich diese beiden Leistungsarten sauber trennen lassen, kann euch später bei der Buchhaltung und Steuererklärung einiges an Arbeit ersparen.
GOÄ-Analogabrechnung: wenn eine Leistung im GebüH fehlt
Das GebüH stammt aus einer Zeit, in der manche Behandlungsmethoden, die heute selbstverständlich erscheinen, noch gar nicht existierten. Entsprechend findet sich nicht jede moderne Leistung dort wieder. Für solche Fälle verweist der Dachverband zunächst auf das Hufelandverzeichnis. Erst wenn sich auch dort keine passende Leistung findet, kommt die GOÄ-Analogabrechnung nach § 6 Abs. 2 GOÄ ins Spiel.
Das Prinzip dahinter ist vergleichsweise einfach: Ihr sucht in der Gebührenordnung für Ärzte nach einer Leistung, die hinsichtlich Aufwand und technischer Durchführung möglichst gut zu eurer eigenen Leistung passt, und verwendet diese Position als Analogie. Auf der Rechnung sollte allerdings nachvollziehbar sein, weshalb gerade diese GOÄ-Ziffer herangezogen wurde. Fehlt eine solche Begründung, kann es bei der Erstattung durch private Krankenversicherung oder Beihilfe zu Rückfragen kommen – und genau diese Rückfragen landen dann häufig wieder in der Praxis.
Bei der Software gibt es hier deutliche Unterschiede. Patientify weist beispielsweise ausdrücklich eine Funktion für frei definierbare Analogziffern aus. SimpliMed erklärt auf der eigenen Website ausführlich, wann und wie die Analogabrechnung nach § 6 Abs. 2 GOÄ eingesetzt werden kann. appointmed erlaubt zumindest die Abrechnung von GOÄ-Positionen mit individuellen Steigerungsfaktoren. Bei anderen Anbietern konnten wir keine eigene Funktion für die GOÄ-Analogabrechnung finden. Das muss nicht automatisch bedeuten, dass die Funktion fehlt – möglicherweise wird sie auf der Website einfach nicht ausdrücklich beschrieben. Wenn ihr regelmäßig Leistungen außerhalb des GebüH abrechnet, würden wir diesen Punkt deshalb vor dem Kauf direkt beim Anbieter klären.
PKV und Beihilfe: Wie die Kostenerstattung bei Heilpraktikern funktioniert
Bei der privaten Abrechnung läuft vieles anders als bei einer Kassenpraxis. Ihr reicht die Rechnung normalerweise nicht selbst bei einer Versicherung ein. Stattdessen bezahlt der Patient zunächst eure Rechnung und reicht sie anschließend bei seiner privaten Krankenversicherung oder der zuständigen Beihilfestelle ein. Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, hängt vom jeweiligen Versicherungs- beziehungsweise Beihilfeanspruch ab. Die Software kann daran natürlich nichts ändern.
Umso wichtiger ist, dass die Rechnung selbst sauber erstellt wird. Sie sollte unter anderem eine nachvollziehbare Diagnose, die verwendete Gebührenziffer mit Leistungsbeschreibung, das vereinbarte Honorar, das Behandlungsdatum und eure Heilpraktiker-Erlaubnisnummer enthalten. Fehlt eine wichtige Angabe, kann sich die Erstattung verzögern oder es kommt zu einer Ablehnung. Für euch bedeutet das vor allem zusätzlichen Aufwand, weil Patienten dann häufig mit der entsprechenden Rückfrage wieder in der Praxis stehen.
Bei Patientify werden bei Beihilfe-Fällen beispielsweise Kostenträger-Anteil und Eigenanteil getrennt auf der Rechnung ausgewiesen. Das kann die Prüfung für Patienten übersichtlicher machen. Vereto geht beim Thema digitale Kostenerstattung noch einen Schritt weiter: Über einen sogenannten Insurance Service Hub können Rechnungsdaten verschlüsselt an teilnehmende private Krankenversicherungen übermittelt werden. Der Patient scannt dafür den Barcode auf seiner Rechnung mit der App seiner Versicherung. Ob die eigene Versicherung diesen Weg bereits unterstützt, muss im Einzelfall geprüft werden. Interessant ist das Verfahren trotzdem, weil es zeigt, in welche Richtung sich die digitale Kostenerstattung entwickeln kann.
Abrechnungssoftware für Heilpraktiker auf dem Mac
Beim Thema Mac wird es bei Heilpraktiker-Software schnell etwas unübersichtlich. Viele Programme sind historisch aus einer Windows-Welt heraus entstanden. Die Aussage „läuft auf dem Mac“ kann deshalb ganz unterschiedliche Dinge bedeuten. Bevor ihr euch für eine Software entscheidet, solltet ihr genau prüfen, wie sie tatsächlich betrieben wird.
Am unkompliziertesten ist der Mac-Betrieb, wenn die Software komplett im Browser läuft oder als echte macOS-Anwendung entwickelt wurde. Browserbasiert arbeiten unter anderem appointmed, billfox, kumppani, lemniscus, OptiOffice, Patientify, PraxisCloud, SalutaMED, Synaptos und Vereto. Hier spielt es keine Rolle, ob ihr Chrome, Safari oder Firefox auf einem Mac verwendet – eine klassische Installation ist nicht erforderlich.
Eine echte native Mac-Anwendung gibt es dagegen bei iPrax und Patients Vita. iPrax ist speziell für Apple-Geräte entwickelt: Mac, iPad und iPhone. Patients Vita läuft ebenfalls als eigenständige, notarisierte Anwendung und unterstützt Apple Silicon. Auch AMPAREX und TheraPsy führen macOS ausdrücklich als unterstütztes Betriebssystem für ihre installierte Variante auf.
Bei SimpliMed hängt die Antwort davon ab, welche Variante ihr nutzt. Die klassische installierbare Version ist auf Windows beschränkt. SimpliMed-Online läuft dagegen im Browser und kann damit auch auf dem Mac verwendet werden.
Und dann gibt es noch die Programme, bei denen Windows eigentlich Voraussetzung ist und der Mac nur über einen Umweg ins Spiel kommt. SoliPrax schreibt auf der eigenen Website offen, dass eine Portierung auf andere Betriebssysteme aus Kostengründen nicht vorgesehen ist, und empfiehlt stattdessen Windows über Parallels Desktop auf dem Mac. Bei heilpraxisLIFE findet sich ein ähnlicher Hinweis auf „Windows und Mac/Parallels“. P3 und THEORG nennen auf ihren Websites dagegen ausschließlich Windows als unterstütztes Betriebssystem.
Wer seine Praxis konsequent am Mac betreiben möchte, sollte bei diesen Lösungen deshalb nicht einfach davon ausgehen, dass alles problemlos funktioniert. Fragt konkret nach, wie der Betrieb über Parallels im Praxisalltag aussieht. Oder ihr entscheidet euch direkt für eine browserbasierte beziehungsweise native Mac-Lösung.
Zahlungsarten und Zahlungsübersicht
Eine Rechnung ist in der Praxis nicht deshalb erledigt, weil sie geschrieben wurde. Sie ist erst dann vom Tisch, wenn das Geld tatsächlich eingegangen ist. Gerade als Heilpraktiker habt ihr normalerweise keine Kassenabrechnung im Hintergrund, die den Zahlungsfluss übernimmt. Bleibt eine private Rechnung offen, liegt das Ausfallrisiko daher bei euch.
Eine vernünftige Zahlungsübersicht ist deshalb mehr als ein kleines Zusatzfeature. Im Idealfall seht ihr direkt, welche Rechnungen offen, bezahlt oder bereits gemahnt sind. Dann braucht es daneben nicht noch eine eigene Excel-Tabelle, in der ihr Zahlungseingänge nachtragt.
Bei den Zahlungsarten gehen die Anbieter inzwischen unterschiedliche Wege. Patientify setzt auf Stripe und ermöglicht unter anderem Zahlungen per Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay und Klarna. Bei Vereto kommen zusätzlich PayPal und SumUp hinzu. appointmed bindet ein SumUp-Kartenterminal für Zahlungen direkt in der Praxis ein.
Eine andere Idee verfolgt PraxisCloud: Dort wird ein GiroCode auf der Rechnung verwendet. Der Patient scannt den QR-Code mit seiner Banking-App, wobei Empfänger, IBAN und Betrag bereits vorausgefüllt sind. billfox ergänzt die Rechnungsübersicht um ein automatisiertes Mahnwesen und kann Zahlungserinnerungen selbstständig verschicken. OptiOffice kennzeichnet offene Rechnungen über einen eigenen Status. Bei P3 lassen sich Zahlungseingänge zusätzlich automatisch mit dem Kontoauszug abgleichen. Unterstützt werden dabei unter anderem MT-940 und camt.053.

Anbieter im Detail
Im nächsten Abschnitt gehen wir die Anbieter alphabetisch durch. Dabei nennen wir bewusst nicht nur die Funktionen, die vorhanden sind, sondern auch Punkte, zu denen wir auf den jeweiligen Websites keine belastbaren Angaben gefunden haben. Denn auch das kann bei der Auswahl wichtig sein.
AMPAREX kommt ursprünglich aus dem Umfeld der Heilmittelerbringer. Auf der eigenen Website stehen deshalb vor allem die Abrechnung mit Kostenträgern über Vergütungslisten und die automatische Rezeptvalidierung im Vordergrund. Eine eigene GebüH-Funktion für die klassische Heilpraktiker-Privatabrechnung wird dort nicht ausgewiesen. Dafür ist AMPAREX technisch interessant, wenn ihr Wert auf eine native Anwendung legt: Das Programm gibt es sowohl für Windows als auch für macOS und unterstützt ausdrücklich auch Apple-Rechner mit M1- bis M3-Chip.
appointmed bringt den GebüH-Katalog vollständig mit. Zusätzlich könnt ihr GOÄ-Leistungen mit einem individuell wählbaren Steigerungsfaktor abrechnen. Für Zahlungen direkt in der Praxis lässt sich ein Kartenterminal von SumUp anbinden. Barzahlungen können alternativ mit einem Zahlungsbeleg aus der Software bestätigt werden. Da appointmed komplett im Browser läuft, könnt ihr die Software unabhängig vom Betriebssystem nutzen – also auch auf dem Mac.
billfox verbindet Dokumentation und Abrechnung miteinander. Behandlungsleistungen können automatisch den passenden GebüH-Ziffern zugeordnet und anschließend in eine Rechnung übernommen werden. Dabei werden laut Anbieter die relevanten Pflichtangaben für PKV und Beihilfe sowie die Heilpraktiker-Nummer berücksichtigt. Praktisch ist außerdem die Zahlungsübersicht: Bezahlt und offen lassen sich auf einen Blick unterscheiden, Zahlungserinnerungen und Mahnungen können automatisiert werden. Die Software läuft browserbasiert und als App und ist damit auch auf dem Mac nutzbar.
heilpraxisLIFE enthält das vollständige GebüH mit den entsprechenden Abrechnungssätzen. Zu einer GOÄ-Analogabrechnung, frei festlegbaren Honorarsätzen oder verschiedenen Zahlungsarten macht die Website dagegen keine näheren Angaben. Wer am Mac arbeitet, muss sich ebenfalls mit einem Umweg behelfen: Der Anbieter empfiehlt Windows über Parallels. Eine eigenständige Mac-Version gibt es nicht.
Henara, die Software ist inzwischen auch unter dem Namen smart.VO bekannt, lässt euch bei der Rechnung mehrere Wege offen. Ihr könnt nach GebüH, mit eigenen Honorarsätzen oder mit komplett frei definierten Leistungen abrechnen. Die erzeugten Dokumente sind laut Anbieter GoBD-konform und können direkt an die Steuerberatung weitergegeben werden. Zu Zahlungsarten und einer speziellen Mac-Version finden sich auf der Website keine Angaben.
iPrax läuft als native Anwendung auf Mac, iPad und iPhone. Die GebüH-Abrechnung für Heilpraktiker deckt die Software nach Anbieterangabe ebenfalls ab, auch wenn sich der öffentliche Website-Auftritt vor allem an Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie richtet und dort die Rezeptabrechnung über das Partner-Rechenzentrum rfhm im Mittelpunkt steht. Von Anwendern haben wir zudem die Rückmeldung bekommen, dass sich die Abrechnung im Praxisalltag sehr intuitiv bedienen lässt.
kumppani unterstützt die Abrechnung nach GebüH. Einen GOÄ-Katalog hat der Anbieter für die Zukunft angekündigt, aktuell steht dieser noch nicht zur Verfügung. Eigene Leistungen können angelegt und Erstattungssätze bei Bedarf individuell pro Patient angepasst werden. Auch die Rechnungsnummerierung ist GoBD-konform. Kartenzahlungen sind möglich. Die Software läuft browserbasiert und damit auch unter macOS. Eine native Mac-App wurde angekündigt, ist derzeit aber noch nicht veröffentlicht.
lemniscus kann sowohl nach GebüH als auch nach frei definierten eigenen Leistungen abrechnen. Die Buchhaltung ist laut Anbieter GoBD-zertifiziert. Zu einer GOÄ-Analogabrechnung, speziellen Funktionen für die Kostenerstattung oder konkreten Zahlungsarten macht die Website keine Angaben. Technisch ist der Einstieg auf dem Mac unkompliziert: lemniscus läuft im Browser, empfohlen werden Chrome, Safari und Firefox. Eine Installation ist nicht notwendig.
MD Therapie bietet bei der Preisliste verschiedene Gebührengrundlagen zur Auswahl, darunter auch das reguläre GebüH. Zusätzlich gibt es mit MD Finance einen eigenen Abrechnungsservice. Dieser kann offene Rechnungen gegen eine Gebühr vorfinanzieren. Das ist allerdings nicht dasselbe wie eine Zahlungsfunktion für Patienten. Zu GOÄ, Kostenerstattung oder einer Mac-Version macht die Website keine konkreten Angaben.
OptiOffice kann nach GebüH abrechnen. Allerdings sind die Angaben des Anbieters dazu nicht ganz einheitlich: Auf einer Seite wird die GebüH-Abrechnung als Bestandteil des Grundpakets beschrieben, auf einer anderen ist von einem separaten „Therapeuten-Modul“ die Rede. Diesen Punkt solltet ihr daher direkt mit OptiOffice klären. Bei den Zahlungen ist das Programm vergleichsweise flexibel: Genannt werden Barzahlung, Karte, Rechnung, Gutschrift und SEPA-Lastschrift. Offene Rechnungen lassen sich über einen eigenen Status erkennen. OptiOffice ist responsiv und läuft im Browser damit auch auf dem Mac; eine eigenständige App gibt es nicht.
P3 von Braatz Informatik bringt bereits mehrere Gebührenordnungen mit. Dazu gehören unter anderem GebüH, PKV und Beihilfe mit jeweils eigenen Rahmen. Zusätzlich lassen sich bis zu dreißig weitere Gebührenordnungen frei einrichten. Interessant ist P3 auch bei der Zahlungsüberwachung: Zahlungseingänge können automatisch mit Kontoauszügen abgeglichen werden, unter anderem über MT-940 und camt.053. Hinzu kommt ein dreistufiges Mahnwesen. Beim Betriebssystem bleibt P3 allerdings klassisch: Die Software wird als Windows-Installation angeboten. Eine Mac-Version wird auf der Website nicht genannt.
Patientify bringt den GebüH-Katalog mit den gängigsten Ziffern mit und erlaubt zusätzlich frei definierbare Analogziffern für die GOÄ-Abrechnung. Gerade bei Beihilfe-Rechnungen ist eine Funktion interessant: Kostenträger-Anteil und Eigenanteil werden getrennt ausgewiesen. Für Zahlungen ist Stripe integriert. Damit sind unter anderem SEPA-Lastschrift, Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay und Klarna möglich. Der Zahlungsstatus wird direkt in der Patientenakte hinterlegt. Da Patientify browserbasiert läuft, ist die Software unabhängig vom verwendeten Gerät.
Patients Vita rechnet nach GebüH ab und ordnet Rechnungen verschiedenen Gebührenklassen zu. Darunter finden sich auch eigene Klassen für PKV und Beihilfe. Beim Steigerungsfaktor habt ihr Spielraum: Zwischen dem 1,3-fachen und dem 2,3-fachen Faktor kann gewählt werden, zusätzlich lässt sich ein eigener Faktor verwenden. Auch die Zahlungskontrolle ist integriert. Eine Übersicht für Monat, Quartal und Jahr zeigt die entsprechenden Zahlungsstände. Für Mac-Nutzer ist Patients Vita besonders interessant, weil es sich um eine echte native Anwendung handelt, die auch Apple Silicon unterstützt.
PraxisCloud hat den vollständigen GebüH-Katalog hinterlegt. Für Coaches und Ernährungsberater können Leistungen darüber hinaus komplett frei über einen Stundensatz abgerechnet werden. Bei der Zahlung setzt PraxisCloud auf einen GiroCode: Der Patient scannt den QR-Code auf der Rechnung mit seiner Banking-App, die Überweisung enthält bereits Empfänger, IBAN und Betrag. Die Software läuft ausschließlich im Browser und damit ausdrücklich auch auf dem Mac.
SalutaMED bringt das vollständige GebüH inklusive der Landesbeihilfesätze mit. Zusätzlich lassen sich beliebig viele eigene Leistungen und Preise hinterlegen. Zu konkreten Zahlungsarten macht die Website keine Angaben. Die Software läuft unabhängig vom Betriebssystem im Browser und kann daher auch auf einem Mac verwendet werden.
SimpliMed gibt es in zwei Varianten, die bei der Plattform und damit auch beim Mac-Betrieb unterschiedliche Voraussetzungen haben. Beide Varianten unterstützen die GebüH-Abrechnung. Besonders ausführlich dokumentiert SimpliMed auf der eigenen Website die GOÄ-Analogabrechnung nach § 6 Abs. 2 GOÄ und erklärt, wann diese eingesetzt werden kann. Die installierbare Version ist auf Windows beschränkt. SimpliMed-Online läuft dagegen im Browser und damit auch auf dem Mac.
SoliPrax deckt das GebüH85 vollständig ab und bietet sechs verschiedene Abrechnungsarten. Darunter befinden sich eigene Sätze für Selbstzahler, PKV und Beihilfe. Zusätzlich arbeitet SoliPrax mit einer eigenen Abrechnungsstelle. Die Rechnungen werden dort eingereicht und die Praxis erhält nach Angaben des Anbieters noch am selben Tag die Auszahlung. Der Patient überweist den Rechnungsbetrag anschließend an die Abrechnungsstelle. Beim Thema Mac ist SoliPrax dagegen eindeutig: Die Software ist bewusst auf Windows beschränkt. Für einen Mac empfiehlt der Anbieter selbst, Windows über Parallels zu installieren.
Synaptos hat das GebüH im Leistungskatalog hinterlegt und erstellt Rechnungen mit QR-Code. Zu einer eigenen GOÄ-Analogfunktion, frei definierbaren Honorarsätzen oder besonderen Funktionen für die Kostenerstattung macht die Website keine Angaben. Die Anwendung läuft im Browser. Für die Nutzung auf macOS wird Safari empfohlen.
TheraPsy richtet sich in erster Linie an Heilpraktiker für Psychotherapie. Für die Rechnungsstellung lassen sich dort ebenfalls Elemente des GebüH verwenden. Die Software wird sowohl für Windows als auch für Mac angeboten. Zu GOÄ-Analogabrechnung, Kostenerstattung oder konkreten Zahlungsarten konnten wir auf der Website keine Angaben finden.
Bei THEORG von sovdwaer gibt es ein eigenes Heilpraktiker-Modul mit GebüH-Abrechnungsassistent. Bezeichnungen, Preise und Faktoren lassen sich dabei individuell anpassen. Für Zahlungen nennt der Anbieter Barzahlung, Rechnung und EC-Karte. Beim Betriebssystem ist THEORG allerdings weniger flexibel: Die Software läuft laut eigener Website ausschließlich unter Windows.
Vereto unterstützt die Abrechnung nach GebüH sowohl mit als auch ohne Umsatzsteuer und lässt sich für Leistungen außerhalb des Katalogs frei konfigurieren. Besonders weit geht Vereto bei der digitalen Kostenerstattung. Über den Insurance Service Hub können Rechnungsdaten verschlüsselt an teilnehmende private Krankenversicherungen übermittelt werden. Patienten müssen dafür lediglich den Barcode auf der Rechnung mit der App ihrer Versicherung scannen. Welche Versicherungen diesen Weg tatsächlich unterstützen, sollte vorher geprüft werden. Für die direkte Zahlung stehen PayPal, Stripe, Klarna und SumUp zur Verfügung. Zusätzlich ist eine SEPA-Lastschrift mit automatischer Vorabankündigung möglich. Vereto läuft als Web-App und damit ebenfalls auf dem Mac.
Häufige Fragen zur Abrechnungssoftware für Heilpraktiker
Gibt es eine kostenlose Abrechnungssoftware für Heilpraktiker?
Eine kostenlose Option gibt es beispielsweise bei TheraPsy. Die Version „Lite“ kann laut Anbieter zeitlich unbegrenzt kostenlos genutzt werden und enthält Rechnungsvorlagen sowie ein Buchhaltungssystem. Allerdings richtet sich TheraPsy speziell an Heilpraktiker für Psychotherapie. Bei den meisten anderen Anbietern aus unserem Vergleich ist der kostenlose Einstieg auf eine zeitlich begrenzte Testphase beschränkt.
Fazit: Welche Abrechnungssoftware passt zu eurer Praxis?
Wenn ihr eure Rechnungen hauptsächlich nach GebüH erstellt, ist die Auswahl zunächst ziemlich groß. Viele der vorgestellten Programme bieten dafür eine brauchbare Grundlage. Interessanter wird der Vergleich, sobald besondere Anforderungen dazukommen: Vielleicht rechnet ihr regelmäßig Leistungen über eine GOÄ-Analogie ab, möchtet die Kostenerstattung mit der PKV möglichst digital abwickeln oder wollt eure komplette Praxis auf einem Mac betreiben. Dann trennt sich die Spreu deutlich schneller vom Weizen.
Der wichtigste Schritt kommt deshalb eigentlich noch vor dem Softwarevergleich: Schaut euch eure eigene Abrechnungspraxis an. Wie viele Leistungen laufen tatsächlich über GebüH-Ziffern? Welche Leistungen rechnet ihr frei ab? Braucht ihr GOÄ-Analogziffern? Wie werden Rechnungen bezahlt und verfolgt? Und vor allem: Auf welchem Gerät soll die Software im Alltag laufen? Wenn diese Fragen beantwortet sind, wird die Auswahl deutlich einfacher. Einen schnellen Überblick über unsere Empfehlungen für die Abrechnung findet ihr in der Tabelle weiter oben.
Wenn ihr nicht nur bei der Abrechnung, sondern bei der gesamten Praxissoftware noch unsicher seid, könnt ihr auch unseren Schnell-Check nutzen. Anhand verschiedener Kriterien werden passende Anbieter vorgeschlagen. Einen umfassenderen Überblick über die verfügbaren Praxissoftwares für Heilpraktiker im Vergleich findet ihr außerdem auf unserer Startseite.




